Das langschnauzige Seepferdchen (Hippocampus guttulatus)

HEIMAT: Mittelmeer, Schwarzes Meer, Atlantissüste von W.-Afrika bis zum Kanal.

MERKMALE: Kopf und Rücken mit biegsamen stachelartigen Anhängen. Körperfarbe schwarzbraun, oft mit heller Tüpfelung, zur Balz gelb. Mundröhre im Gegensatz zu H. brevirostris, der zweiten europäischen Art, gleichlang oder länger als der Abstand Vorderaugenrand-Kiemendeckeldorn. Gesamtlänge bis 16 cm.

BIOLOGIE: Spezialisierte, langsame Bewohner sublitoraler Pflanzenbestände, die sich mit ihrem flossenlosen Greifschwanz festhalten. Beutetiere werden mit den beweglichen Augen fixiert, behutsam angepeilt und blitzschnell in das Röhrenmaul gesogen, wobei der Schwanz meist verankert bleibt. Nur während der komplizierten, langwierigen Balz (Mai bis September), bei der sich diese Seepferdchen u. a. längere Zeit mit den Schwänzen umklammern, schwimmen die Tiere frei zur Oberfläche  . Dort überträgt das Weibchen etwa 200 Eier in die Bruttasche des Männchens, worin diese sich unter völligem Abschluß vom umgebenden Meerwasser entwickeln. Nach 4 Wochen werden die etwa 7 mm großen, fertig entwickelten Jungen portionsweise freigelassen. Sie schwimmen zunächst mit eingerollten Schwänzchen unter der Oberfläche.
HALTUNG: Am besten für sich in kleineren Aquarien, wo genügend Gelegenheit zum Festhalten besteht. Vergesellschaftung höchstens mit See- und Schlangennadeln, keinesfalls mit lebhaften Fischen (Nahrungskonkurrenz), größeren Krebsen oder Aktinien. Glatter Sandboden und evtl. Bodendurchflutung erleichtern Fütterung und Sauberhaltung. Temperatur zwischen 15 und 25 °C.

FUTTER: Schwebegarnelen, Salinenkrebse, Flohkrebse, Daphnien, Jungfische, Weiße Mückenlarven. Anfangs wird meist nur Lebendfutter genommen, später auch frischtote Daphnien vom Boden. Die kontinu¬ierliche Nahrungsbeschaffung im Binnenland stellt das größte Haltungsproblem dar. Junge Seepferdchen sind mit Artemia-Nauplien (ohne Schalen!) oder besser Euplotes aufzuziehen.
ALLGEMEINES: Seepferdchen bilden innerhalb der Syngnathidae die Unterfamilie Hippocampinae, es gibt etwa 25 Arten. H. guttulatus weist verschiedene Rassen auf. Die abgebildeten Tiere gehören zur Schwarzmeerform H. guttulatus microcoronatus Slastenenko.

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