Haplochromis burtoni, Burtons Maulbrüter

Burtobs Maulbrüter, Haplochromis burtoni

astatotilapia-burtoni

Zu Hause angelangt, gab ich die Fische in ein 60-Liter- Becken, das mit Sand, Schieferplatten und Steinen ausgestattet war. In eine Ecke des Beckens hatte ich einige kleine Aponogetonarten und Cryptocorynen gepflanzt. Am nächsten Tag schwammen die Pflanzen an der Wasseroberfläche. Bevor ich weiter berichte, will ich erwähnen, was ich über H. burtoni in der Literatur fand.

Die Heimat dieser Maulbrüter wird im östlichen und zentralen tropischen Afrika, und zwar im Bahr el Djebel, dem Semliki-Fluß, Albert-Nil, Albert- See, George-See, Eduard-See, in der Ruwenzori- Region sowie vom Tsaad-See bis zum Nil angegeben.
Die Fische erreichten bei mir eine Größe von 10 cm (die Weibchen blieben etwas kleiner). Sie müssen in größeren Becken gehalten werden.
Untereinander sind sie sehr streitsüchtig, kleine Fische werden angegriffen.
Die Farbenpracht des Männchens ist kaum zu beschreiben. Schon wegen dieser schönen Färbung, aber auch seiner eigenartigen Fortpflanzung wegen verdient dieser Fisch unsere Aufmerksamkeit.
Schon am nächsten Tag balzte das Männchen mit weit gespreizter Afterflosse vor dem Weibchen, wobei rüttelnde Bewegungen in gekrümmter Körperhaltung auftraten . Das Weibchen verzog sich in ein Versteck zwischen den Steinen. Sie hatte auch Grund dazu, denn als sie dem Männchen nicht folgte, wurde sie an den Flossen gezerrt und gebissen.
Die Temperatur im Becken betrug 27 °C. Als Futter wurden den Fischen Tubifexwürmer gereicht. Gierig und hastig wurde die Beute erhascht. Das Weibchen war dabei nur eine Sekunde lang aus ihrem Versteck heraus, und schon war das Männchen da und stieß das Weibchen in die Aftergegend (Abb. 2). Daraufhin verzog sich das Weibchen sofort wieder zwischen die Steine.Bald darauf suchte das Männchen einen geeigneten Ablaichplatz aus und entfernte den Sand von der Schieferplatte. Mengen von Sand wurden in das Maul genommen und zur Seite geschleudert. Das Weibchen schaute der Vorbereitungsarbeit des Männchens zu. Nach einiger Zeit kam es aus dem Versteck heraus, das Männchen schwamm blitzschnell heran, verharrte einen Augenblick mit angelegten Flossen und balzte in gekrümmter Stellung. Nur seine Afterflosse war gegen das Weibchen vorgestreckt (Abb. 5). Dann näherte sich das balzende Männchen in Zickzack-Bewegungen der Ablaichstelle, das Weibchen folgte zögernd . Das Männchen bemühte sich immer, seine Afterflosse in das Blickfeld des Weibchens zu bringen. Auf der Afterflosse des Männchens sind runde Flecken sichtbar, die täuschende Ähnlichkeit mit den Eiern dieser Fische haben. Da es sich ja bei dieser Art um Maulbrüter handelt, versucht das Weibchen, diese „Eier“ auf der Afterflosse des Männchens ins Maul zu nehmen (Abb. 7). Das Männchen legt sich dabei auf den Boden, zittert am ganzen Körper und stößt das Sperma aus, das in das Maul des Weibchens eindringt.

Wickler schildert in seinem Artikel, das Weibchen lege zunächst die Eier ab — ohne Interesse des Männchens —, dann sammele es die Eier, und erst dann versuche es, die Eiflecke des Männchens ins Maul zu nehmen, wobei dann die Befruchtung der Eier im Maule des Weibchens erfolge. Ich habe diesen Verlauf anders beobachtet. Als das Sperma im Maul des Weibchens war, hatte das Weibchen noch gar nicht abgelaicht. Das Ablaichen des Weibchens erfolgte erst viel später. Nach Wickler kehrt das Weibchen nach der Eiablage um und sammelt die Eier sofort ein, um danach erst zu versuchen, die Flecke auf der Afterflosse des Männchens aufzunehmen, wobei das Sperma ausgestoßen wird. Im Gegensatz hierzu beobachtete ich den folgenden Ablauf: Das Weibchen setzte zur Eiablage an, das Männchen verharrte für einen Augenblick , dann schwamm es blitzschnell zum Weibchen, berührte es mit dem Maul an der Afterflosse, und in kreisender Bewegung laichte das Weibchen genau so, wie wir es schon bei Haplochromis multicolor kennen. Dann wurde dem Weibchen die Afterflosse vorgestreckt, und das Ablaichspiel wiederholte sich. Während das Weibchen die Eier sammelte, wartete das Männchen ziemlich ruhig abseits. Ungefähr nach einer halben Stunde war das Ablaichen beendet. Das Weibchen verschwand wieder in seinem Versteck zwischen den Steinen. Das Männchen habe ich aus dem Becken geschafft, um dem Weibchen Ruhe zu gewähren. Zu meinem größten Bedauern begann das Weibchen nach einiger Zeit wieder zu fressen, und von den Jungen und Eiern fand sich keine Spur.

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