Smaragdprachtbrsch (Pelmatochromis taeniatus)

Es sind nicht nur die vielfältigen Verhaltensweisen allein, die uns die Cichliden so interessant machen, sondern oft erfreuen sie uns auch mit besonders prächtigen Farben.
Nachdem ich Nannochromis nudiceps vorstellte, möchte ich heute mit Pelmatochromis taeniatus  bekannt machen. Im Herbst 1965 erhielt ich von einem Freund aus Berlin acht Jungtiere dieser Art. Sie waren etwa 2,5 cm groß und in dieser Größe wahrhaftig kein „Schlager“. Als mein Freund bei mir keine große Begeisterung feststellen konnte, sagte er mir: „Du wirst Dich wundern, was die an Farbe zu bieten haben.“

Als ich zu Hause meine P. taeniatus  präsentierte, war ich keinesfalls überrascht, als man mir sagte: „Dich hat man angeschmiert, das sind ja P. kribensis.“ Und wirklich, in der Jugendzeit sind sie von P.kribensis kaum zu unterscheiden. Nach einigen Wochen stellte ich Ichthyophthirius bei meinen P. taeniatus fest. Ich konnte von den acht Tieren nur drei retten, darunter ein kleines Tier, das ich für einen Kümmerling hielt. In der folgenden Zeit wurde der „Kümmerling“ beim Fressen weggejagt, und so setzte ich ihn in ein separates Becken. Innerhalb von fünf Wochen war der Rückstand zu den beiden größeren Geschwistern aufgeholt. Ich hielt meinen ehemaligen „Kümmerling“ weiterhin getrennt, denn bei ihm zeigten sich in der oberen Hälfte der Schwanzflosse drei bis vier Pfauenaugenpunkte, so daß ich ihn für ein Männchen hielt. Um es vorweg zu nehmen, meine Vermutung hatte sich als richtig erwiesen.


Als die Tiere etwa 5 cm groß waren, setzte ich alle drei in ein 40-Liter-Becken, das mit Sand, einigen Pflanzen und einem umgestülpten Blumentopf (mit Schlupfloch) eingerichtet war. Das Wasser hatte eine Härte von 4 °dGH und pH 6,5. Tempera¬tur 25 °C.
Sofort begann das größere Weibchen vor dem Männchen zu balzen, indem es sich nach rechts und nach links krümmte, genau wie bei P. kribensis und N. nudiceps. Das kleinere Weibchen kam nicht zum Zuge, und so entfernte ich es, um das „Liebespaar“ nicht zu stören. Jetzt erst wußte ich, daß mein Freund aus Berlin recht hatte, denn es ist kaum zu glauben, was diese kleinen Kerle an Farbe vorweisen können. Maul, Rücken- und Schwanzflosse sind beim Weibchen kräftig golden gefärbt, die Rückenpartie ist samtschwarz mit einem goldenen Streifen. Die
Rückenflosse ist ebenfalls schwarz eingefaßt. Der Bauch ist purpurrot, jedoch befindet sich in der oberen Hälfte des Bauches und auf dem Kiemendeckel ein kräftiger grüner Fleck. Die Bauchflossen sind dunkelrot.

Das Männchen ist schlanker und im gesamten „dezenter“ gefärbt, nur daß es in der oberen Hälfte der Schwanzflosse drei bis vier schwarze Punkte hat. In der unteren Hälfte verlaufen schräg nach unten ein bis zwei schwarze Streifen. Bauch und Brust sind beim Männchen gold- und grünirisierend, die Afterflosse lila.

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