Salmler-Zucht im Aquarium

Die erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist eine gute, natürliche Ernährung der Elterntiere. Nur dann bildet sich der Laichansatz, und nur dann kommen die Fische auch richtig in Laichstimmung.

Eine geringe Temperaturerhöhung, die bei vielen Arten die Laichwilligkeit fördert, ist nicht schwer zu erreichen. Höhere Anforderungen jedoch stellt das Wasser an den Züchter. Es gibt erfolgreiche Züchter, die ein als geeignet erkanntes Quellwasser über mehrere hundert Kilometer weg in großen Kanistern holen. Wer das nicht kann und wer nicht das seltene Glück hat, daß aus der Wasserleitung schon das geeignete Wasser kommt, muß sich mit Regenwasser behelfen oder mit Wasser, das durch Ionenaustauscher enthärtet und entsalzt worden ist.

Wir kennen bei den Salmlern sehr viele freilaichende Arten, daneben einige mit Vorratsbesamung und sogar Brutpflege.

Die Freilaicher

Die Freilaicher geben während der „Paarung“ Eier und Samen zugleich ins Wasser ab. Die Partner schmiegen sich dabei unter einer halben oder ganzen Drehung eng aneinander und stoßen Samenzellen bzw. Eier aus. Bei vielen Arten besitzen die Männchen an der Afterflosse kleine Widerhäkchen, die die Paarung erleichtern und besseren Halt bieten.

Zuallererst müssen die Weibchen guten Laichansatz zeigen, und dies zu erkennen ist für den Anfänger nicht immer leicht. Auch ältere Weibchen zeigen zuweilen einen aufgetriebenen, laichreif erscheinenden Bauch, züchten jedoch nicht mehr. Früher sprach man von „Laichverhärtung , doch ist es sehr fraglich, ob es so etwas gibt. Einen guten Laichansatz erzielen wir durch kräftige Fütterung, vor allem durch Verfütterung von Insekten.

Je nach Art werden bei einer Paarung verschieden viele Eier ausgestoßen: zwischen 3 und 30 Stück. Die freilaichenden Salmler paaren sich während einer Fortpflanzungsperiode mehrere Male nacheinander.

Nach dem Laichgeschäft müssen wir die Eltern aus dem Zuchtaquarium entfernen, da sie fast stets ihren eigenen Eiern nachstellen. (Eier, die durch ein zuvor eingebrachtes Glas- oder Plastikgitter gefallen sind, sind für die Fische natürlich nicht erreichbar.)

Manche Salmler sind sehr produktiv, zum Beispiel der Schrägschwimmer, andere produzieren nur sehr wenige Eier. Fast stets haften die Eier sehr schlecht; nur bei wenigen Arten bleiben sie hängen bzw. kleben, die meisten fallen einfach zu Boden. Die Geschlechter können wir im allgemeinen leicht unterscheiden; oft sind die Flossen der Männchen verlängert, oder die Weibchen sind etwas größer und „voller“; sehr oft sind auch die Männchen intensiver gefärbt.

Arten mit Vorratsbesamung

Bei diesen Arten erfolgt zunächst eine „innere“ Besamung, also eine regelrechte Begattung. Die Weibchen können später einzeln oder in mehreren Exemplaren auch ohne männliche Partner ablaichen. Sie legen dann, mit Pausen, ihre Eier wahllos zwischen oder an Wasserpflanzen ab; die Zahl pflegt zwischen drei und zehn Stück zu schwanken.

Die Aufzucht solcher Eier unterscheidet sich nicht wesentlich von denen der freilaichenden Salmler. Salmler mit Vorratsbesamung sind unter anderem: Glandulocauda inaequalis, Stevardia riisei, Creagruius beni, Gephyrocharax Valencia und Gephyrocharax atracaudatus.

Brutpflegende Salmler

Die Brutpfleger unter unseren Salmlern laichen gern auf einem größeren Wasserpflanzenblatt ab, vor allem dann, wenn das Blatt in der Nähe der Wasseroberfläche steht.

Das Männchen reinigt zunächst einmal die Unterlage. Dauert die Putzerei dem Weibchen zu lange, so kann es allerdings passieren, daß sie ein anderes Männchen vorzieht. Flossenspreizend lockt der Herr der Schöpfung die Holde zu der zuvor ausgewählten Kinderwiege. Dabei benimmt er sich allerdings recht unsanft und schubst sie zuweilen recht kräftig in die Flanken. Gewöhnlich erfolgen zunächst einige Scheinpaarungen, ehe es zum Laichakt kommt. Dabei drücken sich die Tiere eng aneinander, das runde halbe Dutzend austretender Eier gleitet über die Afterflosse des Männchens an die zuvor gesäuberte Blattstelle. Die Eier haften unterschiedlich gut — je nach Art.

Nach dem Ablaichen wird das Weibchen vertrieben, und das Männchen widmet sich allein der Brut. Ständig fächelt es den Eiern Frischwasser zu. Wenn die Jungfische nach ungefähr dreißig Stunden schlüpfen, endet auch die Fürsorge des Vaters.

Die Aufzucht der Brut ist nicht ganz einfach; sie ähnelt der Aufzucht bei den freilaichenden Salmlern.

Der Forellensalmler (Copeina guttata) laicht »n Gegensatz zu den anderen brutpflegenden Salmlern, in Bodennähe mit kreisenden Bewegungen. Er ist außerdem sehr produktiv; es wurde schon über Gelege bis zu 1000 Eiern berichtet. Die Eier sind beim Forellensalmler besonders klebrig Sie werden vom Männchen bis zum Schlüpfen der jungen bewacht und gelegentlich befächelt.

Foto: Juan R. Lascorz

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