Wasserpflege

Das Wasser ist das wichtigste Element in der Aquaristik. Wasser umgibt unsere Fische und Pflanzen ihr ganzes Leben lang. Deshalb müssen wir auf eine gute Wasserqualität in unserem Aquarium achten.

Regelmäßige Wasserwechsel tragen zum Wohlbefinden unserer Tiere und Pflanzen bei. Dem Aquarium werden mit dem Wasserwechsel Mineralstoffe zugefügt und Schadstoffe entfernt. Bei vielen Tieren löst der Wasserwechsel die Balz aus. Je nach Fischbesatz und Größe des Aquariums, kann der Teilwasserwechsel bis zu 50% des Wasservolumens betragen. Ebenso die Intervalle der Wasserwechsel. Für starkt besetzte Becken ist ein wöchentlicher Teilwasserwechsel von 50% sehr zu empfehlen.

Der regelmäßige und ausreichend dimensionierte Wasserwechsel ist das beste und billigste Mittel das Aquarium gesund zu erhalten.

Ohne zu sehr in die Details der Wasserchemie einzugehen, habe ich eine vereinfachte Aufstellung der wichtigsten Merkmale des Aquarienwassers zusammengestellt. Dadurch ist es nicht vollständig. Wer mehr Informationen zum Thema Wasserchemie benötigt, wird im Internet schnell fündig.In Süsswasseraquarien sind vor allem folgende Wasserwerte wichtig:

  • Temperatur
  • Nitrit
  • Nitrat
  • Phosphat
  • Ammonium/Ammoniak
  • Elektrische Leitfähigkeit
  • pH-Wert
  • KH-Wert (Karbonathärte)
  • GH-Wert (Gesamthärte)
  • Redoxpotential
  • Eisenionen
  • Kupferionen

Temperatur
Die Temperatur wird mit einem Thermometer gemessen. Sie sollte für Tropenaquarien ca. 22-27 Grad betragen. Die Wahl der Temperatur ist vom Fischbesatz und den Pflanzen im Aquarium abhängig.

Nitrit
Nitrit ist ein starkes Gift für Fische und sollte nicht messbar sein. Nitrit-Ionen werden im Boden oder in Gewässern durch Nitritbakterien durch Oxidation aus Ammonium-Ionen unter Verbrauch von Sauerstoff gebildet; sie entstehen auch unter anaeroben Bedingungen durch Reduktion aus Nitrat-Ionen.
Nitrit wird ist ein starkes Fischgift. Signifikante Erhöhungen der Fischsterblichkeit treten bei Konzentrationen von 0,15 mg/l auf. Nitrit gilt generell als Krebs erregend.

Nitrat
Nitrat ist prinzipiell unschädlich für Fische und Pflanzen, allerdings kann es zu Nitrit reduziert werden, welches hoch toxisch für Fische ist.
Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass übermässiger Düngeeinsatz zu einem erhöhten Nitratgehalt in insbesondere oberflächennahen Trinkwasservorkommen führen kann. Der aktuelle Grenzwert für NO3- liegt laut der deutschen Trinkwasserverordnung zur Zeit. bei 50 mg/l, laut der schweizerischen Gewässerschutzverordnung bei 25mg/l.

Phosphat
Für Fische ist der Phosphatgehalt im Wasser eher unbedeutend, allerdings reagieren Pflanzen vor allem im basischen Millieu empfindlich auf einen zu hohen Phosphatgehalt. Ein zu niedriger Phosphatgehalt wirkt sich andererseits negativ auf das Pflanzenwachstum aus.

Ammonium
Ammoniumionen werden von Fischen ausgeschieden und reagieren im basischen (hoher pH-Wert) Millieu zu Ammoniak, welches hoch giftig ist.

Elektrische Leitfähigkeit
Die gelösten Salze im Wasser bestimmen die elektrische Leitfähigkeit des Wassers. Der Leitwert gibt die Summe aller gelösten Ionen im Aquarium an. Diese Ionen kommen von allen möglichen Salzen, nicht nur von der Härte. Auch Nitrat ist ein Salz.
Der Leitwert ist abhängig von der Temperatur. Deshalb sind gute Messgeräte mit einem Thermosensor und einer automatischen Temperaturkompensation ausgestattet.

pH-Wert
Der pH-Wert kann Werte von 0 (sehr sauer) bis 14 (sehr basisch) annehmen. Er sollte den Bedürfnissen der Fische entsprechen.
Zum Beispiel Skalar: im leicht saueren Bereich (6,7 – 6,8) oder Guppy eher basisch (7,0 – 7,4) liegen.

KH-Wert
Die Karbonathärte wird in °dH (= Grad deutscher Härte) angegeben und entspricht der Summe der gelösten Karbonate und Hydrogenkarbonate (Bikarbonat), die als Salz eine Verbindung mit Calcium oder Magnesium haben. Die KH ist also Teil der GH. Gemessen wird die KH normalerweise mit Tropfentests, die durch ein Umschlagen der Indikatorfarbe den KH Wert anzeigen.

GH-Wert
Die Gesamthärte wird in °dH (= Grad deutscher Härte) angegeben und entspricht der Summe der gelösten Erdalkali-Ionen. In unserem Wasser wird die Gesamthärte fast nur durch Calcium und Magnesium Kationen repräsentiert. Bei den handelsüblichen GH-Tests werden nur die Ca und Mg Ionen erfasst.
Als Faustregel kann man sagen,  dass 1°dH in etwa 33µS/cm Leitfähigkeit entspricht.

Hier eine Aufstellung zur Orientierung

  • 0 – 4 °dH = sehr weich
  • 4 – 8 °dH = weich
  • 8 – 15 °dH = mittelhart
  • 15 – 20 °dH = hart
  • 20 – 25 °dH = sehr hart

Eisen
Eisen ist für die Pflanzen ein wichtiges Spurenelement. Man sollte versuchen, einen Eisengehalt von etwa 0,05 – 0,1 mg/L zu erreichen, da dies für die Pflanzen ausreicht. Höhere Dosen können für Fische giftig werden. Eisen wird in der Regel durch Wasserpflanzendünger zugeführt.

Kupfer
Im Aquarium sollte Kupfer nicht nachweisbar sein. Manchmal wird es aber über die Wasserleitung eingetragen, die besonders in Altbauten oft aus Kupferrohren bestehen. In so einem Fall sollte man vor dem Abzapfen des Wassers für das Aquarium, die ersten Liter in den Abfluss fliessen lassen. Ausserdem wird durch warmes Wasser mehr Kupfer aus der Leitung gelöst, deshalb nur kaltes Wasser aus einer Kupferleitung verwenden.
Kupfer wird von den Pflanzen in geringen Spuren benötigt. Für Fische und Wirbellose ist Kupfer sehr giftig und führt in der Regel zu Leberschäden, bei Dauereinwirkung zum Tode. Gemessen wird der Kupfergehalt mit Tropfentests.

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